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Masern - keine harmlose Kinderkrankheit!

Die Masern sind eine häufig schwer verlaufende Virusinfektion. Diese wird ausschließlich von Mensch zu Mensch übertragen (Tröpfcheninfektion) und ist hochansteckend. Epidemiologische Studien zeigen, dass eine infizierte Person etwa 15 neue Infektionen verursachen kann in einer gänzlich empfänglichen Bevölkerungsgruppe.

Masern werden gern als harmlose Kinderkrankheit angesehen. Auch in Ländern mit hoch entwickelten Gesundheitssystemen kommen schwere, z. T. tödliche Verläufe vor; auch in Deutschland sind in 2013 2 Personen an den Masern verstorben. Dies hängt u.a. mit einer starken Immunsuppression zusammen, die während und nach einer Maserninfektion auftritt. Hierdurch kommt es zu bedrohlichen Komplikationen wie z.B. einer Lungenentzündung oder einer langdauernden Gehirnentzündung (Enzephalitis). Weltweit kommt es zu einigen 100 000 Todesfällen pro Jahr. Die WHO hat kürzlich eine Ausbruchswarnung wegen des vermehrten Auftretens von Masern in Europa, Afrika und Amerika veröffentlicht (Link).

Die Masern könnten durch ausreichend hohe Impfquoten gänzlich ausgerottet werden, so wie es schon mit den Pocken gelungen ist. Hierzu ist es erforderlich, dass mindestens 95% aller Menschen immun sind. In Deutschland wird dieses Ziel bislang nicht erreicht. Viele junge Menschen sind nicht oder nur einmal gegen Masern geimpft. Daher hat die ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut in den neuen Richtlinien (seit August 2010) empfohlen, dass alle Personen ab Jahrgang 1970 mit unklarem oder ungenügendem Impf- bzw. Immunstatus eine Masernimpfung erhalten sollen.

Die Ausbrüche an Masern in Deutschland mit über 1800 Erkrankten im Jahr 2013 gehen häufig auf Einschleppungen aus dem Ausland zurück. Insbesondere in Afrika, auch Südafrika, und in Indien stecken sich Reisende mit Masern an. Eine Impfung ist bei Tropenreisen daher dringend empfohlen, wenn keine ausreichende Immunität vorliegt.